Heute ist kein guter Tag
Der gestrige Tag war emotional sehr aufwühlend für mich.
Es ging um meinen Sohn und meine Fähigkeiten als Mutter wurden in Frage gestellt, von einem Menschen, dem es nie wirklich um den Lütten ging sondern immer nur um sich selbst, die eigenen Bedürfnisse, Gefühle und Macht über das Kind. Eine Angelegenheit, mit der ich schon immer nur schwerlich umgehen konnte. Denn ich liebe meinen Sohn über alles und wenn es für ihn das Beste wäre, ich würde von einem Hochhaus springen, durch Feuer gehen oder gegen Drachen kämpfen, dann würde ich das ohne mit der Wimper zu zucken machen. Nichts ist mir wertvoller und wichtiger als dieses Kind und seine Seele. Geht es um meinen kleinen Engel, dann werde ich egal, dann wird die Welt egal, dann zählt nur er. Entsprechend verletzt es mich natürlich, wenn mir das Gefühl vermittelt wird, dass das nicht gesehen wird und nicht zählt und dass ein Mensch, der Entscheidungsgewalt - seine Wortwahl - über meinen Sohn anstrebt, sich für geeignet für mein Kind hält. In meinen Augen wird niemand je gut genug für meinen Sohn sein. Auch ich nicht. Mein Sohn ist ein Schatz, der mit keinem Gold der Welt aufzuwiegen ist. Mein Sohn ist mir das einzig heilige in dieser Welt. Er ist mein Antrieb, meine Luft zum atmen. Dank ihm weiß ich, was bedingungslose Liebe ist. Und das ist etwas, was uns niemand jemals nehmen wird. Wir sind Mutter und Kind und seine Seele hat in mir ihren Körper erschaffen, direkt unter meinem Herzen. Ich gebe niemals auf. Ich tue bloß, was für meinen Sohn das Beste ist.
Mich hat der gestrige Tag spirituell und emotional ausgesaugt. Das merke ich heute sehr deutlich. Ich mag kaum essen, ich habe bisher kaum einen Schluck getrunken. Nur heut Morgen zur Tabletteneinnahme. Ich fühle mich heute schwach und ohnmächtig. Gerade zwinge ich mir mit Mühen eine Dose Thunfisch runter und bin kurz davor, den Fisch doch lieber einfach dem Kater zum Fressen hinzustellen. Ehrlich gesagt, habe ich ihm, direkt nachdem ich den letzten Satz getippt habe, meinen Rest verfüttert. Ich fühle mich auch gar nicht gut dabei, Fisch zu essen. Unsere Meere sterben aus, wir überfischen gnadenlos alle Ozeane und ich sitze hier und soll Fisch essen, weil das Omega-3 gut gegen das Rheuma ist? Finde ich kacke. Finde ich extrem kacke gerade. Und das verdirbt mir nur noch mehr den Appetit.
Meine Cortisondosis senkt sich ab heute von 20mg täglich auf 10mg. Ich merke da aber ehrlich gesagt keinen Unterschied. Mein Zehgelenk tut immer noch weh, ich bin nach wie vor müde und schlapp und eigentlich interessiert es mich gerade auch gar nicht.
Hört ihr den schwarzen Hund jaulen? Ich auch. Mistvieh! Sitzt neben mir am Schreibtisch und guckt mich mit großen Augen an, als wolle er mich zum Gassi gehen auffordern. "Sorry, alter Junge", flüstere ich ihm zu, "ich kann mir das jetzt nicht erlauben." Dann versuche ich, mir ein Lächeln abzuringen.
Ich bin froh, dass ich in nicht einmal zwei Stunden auf der Arbeit sitzen und mich mit Kunden rumschlagen werde. Das ist mir heute eine willkommene Ablenkung. Außerdem muss ich mal wieder nen Schlag rein hauen und meine Verkäufe ankurbeln. Kann doch nicht so schwer sein!
Zum Glück sehe ich morgen meinen Sohn. Ich habe nämlich meinen Gleittag für meine Schicht am Samstag und den möchte ich nutzen, um meinen kleinen Bubi zu besuchen und Zeit mit ihm zu verbringen. Das wird sicherlich uns beiden gut tun.
Und nun mache ich mir besser doch nochmal eine Wasserflasche fertig...
Dienstag, 17. Juli 2018
Montag, 16. Juli 2018
Another Demon Story
Spazieren gehen
Bis an die Grenzen
Es überkommt mich so ein bis zwei Mal im Jahr dieses Bedürfnis, wandern zu gehen. Für gewöhnlich fahre ich dann an den Nord-Ostsee-Kanal und schaue, wie weit meine Füße mich tragen. Und genau das habe ich gestern auch getan. Einer der Vorteile, wenn man in und um Kiel wohnt ist eben, dass man nie weit vom Wasser entfernt ist.
Ich hab mich also gestern gegen Mittag auf den Weg gemacht zum Fähranleger in der Wik, um dann mit der Fähre nach Holtenau überzusetzen. Im Gepäck hatte ich eine Brotdose gefüllt mit meinem Mittag, Curry-Ingwer-Reis, und einem Käsebrötchen sowie Gurke als Zwischenmahlzeit. Meine Wasserflasche jedoch stand gemütlich gekühlt daheim im Kühlschrank, was mich fast dazu gebracht hätte, meinen Ausflug abzubrechen. Dann habe ich jedoch entschieden, dass es schon ein paar Stündchen ohne gehen wird und bin unbeirrt meines Weges gestapft. Auf dem Hinweg habe ich dabei zugegeben auch kaum auf meine Umgebung geachtet. Da ging es mir viel mehr darum, Strecke zu machen und mein Tagesziel zu erreichen: die Levensauer Hochbrücken. Wo ich es auch hin geschafft habe. Mein einziger Zwischenstopp auf dem Hinweg galt der Einnahme meines Mittagessens auf einer Parkbank irgendwo Höhe Knoop. Bis dahin ging es mir auch noch wirklich gut. Klar zwackte und ziepte der Fuß, aber das tut er momentan ja eh. Davon wollte ich mich nicht beirren lassen. Erst als ich mich unter der Levensauer Hochbrücke auf einen Poller setzte, habe ich jedoch bemerkt, wie doll die Schmerzen eigentlich waren. Ich dachte, mir würde der Fuß abfallen und mir grauste es plötzlich, den ganzen Weg noch wieder zurück zu müssen. Besonders, weil das letzte Stück bis zur Fähre nicht aus festem Gehweg sondern Schotterweg besteht und ich keine weiteren Steine in meinen Fuß gedrückt haben wollte. Ich hatte halt auch mal wieder ganz klar das falsche Schuhwerk an. Ich muss mir dringend richtige Wanderstiefel besorgen für solche Ausflüge!
Nach einer kurzen Pause entschloss ich also, dass alles Jammern nichts nützen würde und ich nun einmal zurück gehen musste, ob das nun angenehm würde oder nicht. Ich aß ein Stück Gurke, zog die Kamera aus meiner Tasche und beschloss, den Rückweg in aller Gemütlichkeit und mit einem Blick fürs Detail anzugehen. Dieses Mal sollte es mir um meine Umgebung gehen, nicht um den Weg, welchen ich zurückzulegen hatte. Eine Methode, die insofern funktioniert hat, als dass ich mich den kompletten Rückweg über sehr gut von meinen Schmerzen hatte ablenken können.
Ich fand ein zerbrochenes Ei am Wegesrand und philosophierte ein bisschen darüber, ob das Küken wohl geschlüpft oder die Beute eines anderen Tieres geworden war. Ich traf auf dem Weg einen kleinen rostfarbenen Frosch und ließ ihn für mich modeln, ehe ich ihn vorsichtig ins nächste Gebüsch geleitete, während ich ihm immer wieder gut zuredete, sich ein wenig zu beeilen, damit kein Fahrrad ihn überfahren konnte. Zum Glück war weit und breit kein Fahrrad in Sicht. Dann stieg ich die Treppen runter zum kleinen Wasserfall am alten Eiderkanal, welchen ich letzten Herbst erstmals entdeckt hatte und bestaunte dessen Schönheit im Sommer. Ich konnte regelrecht sehen, wie kleine Elfen und Feen nachts dort tanzen, versteckt zwischen den Efeublättern und begleitet von der Musik des Wassers.
Und ein Stück weiter plumpste plötzlich etwas neben mir ins Gestrüpp. Eine frisch vom
Baum gefallene Mirabelle, wie sich herausstellte. Erst war ich skeptisch, doch dann probierte ich die kleine orangene Frucht und mhmmm, war das köstlich! So schön süß. Ein bisschen wie eine kleine Pflaume mit dem Geschmack eines Pfirsichs. Sehr lecker auf jeden Fall. Und sie Motivierte mich dazu, am Wegesrand in die Bäume zu klettern und weitere Mirabellen zu pflücken. Nur eine Hand voll. Damit ich noch mehr Flüssigkeit zu mir nehmen konnte über die Früchte. Es war verdammt heiß in der Mittagssonne und so langsam bereute ich doch, kein Trinken dabei zu haben. Das Obst war quasi meine willkommene Rettung. Und etwas weiter in Richtung der Holtenauer Hochbrücke moppste ich mir auch noch einen Apfel vom Baum. Wo kein Zaun, da auch kein Hindernis. Ich fühlte mich dadurch wieder richtig jung und frei und es tat gut, einfach mal zu tun, wonach mir der Sinn stand. Zum Beispiel eine riesige blau schimmernde Libelle durch die Binsen zu verfolgen. Leider gelang mir von ihr keine Aufnahme.
Um nun aber den Schotterweg zur Fähre zu umgehen, blieb mir nur ein einziger Plan B: der Aufstieg auf die Holtenauer Hochbrücke. Und den habe ich spätestens auf halber Strecke schon wieder bereut. Das ist einfach eine dieser Sachen, die schon im Winter keinen Spaß gemacht haben, im Sommer bei gefühlt 30°C im Schatten jedoch zur Höllenqual werden, zumal ich ja nun nicht gerade das schlankste Persönchen auf Erden bin, sonst müsste ich jetzt ja nicht abnehmen. Aber wenn man denn erstmal oben ist, ist der Ausblick wirklich einmalig schön!
Aber ich wäre ja nicht ich, wenn ich dann am Ende der Hochbrücke brav in den Bus gestiegen wäre, nein. Ich bin noch durch halb Holtenau gewandert, zurück zur Fähre und dann erst von der Wik aus wieder heim gefahren. Warum der Umweg? Ich hatte spontan bei meinen Großeltern klingeln wollen. Dort war jedoch niemand. Ich denke mal, die Herrschaften waren bei der Verwandtschaft, um das WM Finale zu schauen.
Am Ende war ich nach gut fünf Stunden wieder zuhause und unendlich froh, eine Flasche herrlich gekühlten Wassers im Kühlschrank vorzufinden!! Danach hieß es für mich nur noch Füße hoch und einsehen, dass ich langsamer machen muss, für solche Ausflüge geeignetere Schuhe brauche und mir ein neues Handy kaufen muss. Letzteres, da mir meins an der Bushaltestelle runter fiel und das Display nun nicht mehr reagiert. Aber das ist mir egal, genau wie die Schmerzen, die ich hatte.
Bis an die Grenzen
Es überkommt mich so ein bis zwei Mal im Jahr dieses Bedürfnis, wandern zu gehen. Für gewöhnlich fahre ich dann an den Nord-Ostsee-Kanal und schaue, wie weit meine Füße mich tragen. Und genau das habe ich gestern auch getan. Einer der Vorteile, wenn man in und um Kiel wohnt ist eben, dass man nie weit vom Wasser entfernt ist.
| Wasserfall am alten Eiderkanal [15.07.2018 14:50 Uhr] |
| zerbrochenes Ei [15.07.2018 14:24 Uhr] |
Ich fand ein zerbrochenes Ei am Wegesrand und philosophierte ein bisschen darüber, ob das Küken wohl geschlüpft oder die Beute eines anderen Tieres geworden war. Ich traf auf dem Weg einen kleinen rostfarbenen Frosch und ließ ihn für mich modeln, ehe ich ihn vorsichtig ins nächste Gebüsch geleitete, während ich ihm immer wieder gut zuredete, sich ein wenig zu beeilen, damit kein Fahrrad ihn überfahren konnte. Zum Glück war weit und breit kein Fahrrad in Sicht. Dann stieg ich die Treppen runter zum kleinen Wasserfall am alten Eiderkanal, welchen ich letzten Herbst erstmals entdeckt hatte und bestaunte dessen Schönheit im Sommer. Ich konnte regelrecht sehen, wie kleine Elfen und Feen nachts dort tanzen, versteckt zwischen den Efeublättern und begleitet von der Musik des Wassers.
| Der Froschprinz von Knoop [15.07.2018 14:48 Uhr] |
Um nun aber den Schotterweg zur Fähre zu umgehen, blieb mir nur ein einziger Plan B: der Aufstieg auf die Holtenauer Hochbrücke. Und den habe ich spätestens auf halber Strecke schon wieder bereut. Das ist einfach eine dieser Sachen, die schon im Winter keinen Spaß gemacht haben, im Sommer bei gefühlt 30°C im Schatten jedoch zur Höllenqual werden, zumal ich ja nun nicht gerade das schlankste Persönchen auf Erden bin, sonst müsste ich jetzt ja nicht abnehmen. Aber wenn man denn erstmal oben ist, ist der Ausblick wirklich einmalig schön!
| Der Ausblick von der Holtenauer Hochbrücke. [15.07.2018 15:40 Uhr] |
Aber ich wäre ja nicht ich, wenn ich dann am Ende der Hochbrücke brav in den Bus gestiegen wäre, nein. Ich bin noch durch halb Holtenau gewandert, zurück zur Fähre und dann erst von der Wik aus wieder heim gefahren. Warum der Umweg? Ich hatte spontan bei meinen Großeltern klingeln wollen. Dort war jedoch niemand. Ich denke mal, die Herrschaften waren bei der Verwandtschaft, um das WM Finale zu schauen.
Am Ende war ich nach gut fünf Stunden wieder zuhause und unendlich froh, eine Flasche herrlich gekühlten Wassers im Kühlschrank vorzufinden!! Danach hieß es für mich nur noch Füße hoch und einsehen, dass ich langsamer machen muss, für solche Ausflüge geeignetere Schuhe brauche und mir ein neues Handy kaufen muss. Letzteres, da mir meins an der Bushaltestelle runter fiel und das Display nun nicht mehr reagiert. Aber das ist mir egal, genau wie die Schmerzen, die ich hatte.
Gestern war ein wunderschöner Tag.
Sonntag, 15. Juli 2018
Another Demon Story
Ein erstes Resumé
Als ich am Mittwoch die Diagnose "Rheumatoide Arthritis" erhielt, war das erstmal ein ziemlicher Schlag ins Gesicht. Ich bin den ganzen Tag wie benebelt durch die Gegend gelaufen, hab totale Scheiße gelabert ohne es zu merken und bin regelrecht ausgeflippt. Klar, wer wäre bei einer solchen Diagnose schon cool geblieben? Unterbewusst weiß man eben sofort, dass fortan einiges auf einen zukommen wird. Vor allem, wenn man durch ein doch eher negativ wirkendes Vorbild geprägt ist.
Aber nun ist schon Sonntag und inzwischen halte ich mich eigentlich recht wacker. Ich flippe nicht mehr aus und bin eigentlich wieder wie immer. Wenn man von der anderen Ernährungsweise absieht. Ich frühstücke gerade sogar! Und dass obwohl ich früher so gar nicht der Frühstücksmensch war. Es gibt Joghurt mit Knuspermüsli und Früchten. Heute Ananas, Kiwi, Mango, gestern gab es Erdbeeren zum Joghurt und Müsli. Ich frühstücke also nicht nur, ich frühstücke sogar gesund. Die einzige Herausforderung: drinnen behalten, was gegessen wurde. Denn zwischenzeitig wird mir von der hohen Dosis Cortison so richtig richtig übel. Hoch gekommen ist es mir bisher aber zum Glück erst ein Mal in der Nacht. Man war das eklig! Aber das gehört wohl dazu. Und ich möchte hier nichts beschönigen, was wirklich nicht schön ist. Dafür müsst Ihr euch andere Blogs suchen. Irgendwelche Modeblogs oder so.
Ansonsten zeigt das Cortison bei mir eher seltsame Wirkung, finde ich. An meinem betroffenen Zehgelenk spüre ich zum Beispiel kaum eine Veränderung. Also klar kann ich wieder viel besser laufen als vor dem Cortison und der ganze Fuß ist definitiv abgeschwollen. Aber ich habe trotzdem noch Schmerzen im Fuß - die ganze Zeit. Soll das so? Ich dachte, das Cortison lindert auch die Schmerzen. Und ehrlich gesagt, möchte ich nicht noch Ibuprofen zusätzlich nehmen. Ich glaube nicht, dass das so eine gute Idee wäre. Deshalb versuche ich die Schmerzen auszuhalten und zu ignorieren. Gute Tipps gegen Rheumaschmerzen sind natürlich in den Kommentaren (auch anonym) gern gelesen! Ich bin wie immer für alles dankbar.
Desweiteren scheint das Cortison seltsamerweise mein Hautbild zu verbessern. Ich hatte ja eher erwartet, dass ich schrecklich aufquellen und von Pickeln zerfressen würde, aber zumindest von den Pickeln scheint das Zeug mich eher sogar zu befreien. Oder die werden durch das viele Wasser trinken weniger. Ich hatte mir das jedenfalls ganz anders vorgestellt. Ob ich auf gequollen bin im Gesicht, kann ich nur ganz schwierig beurteilen. Wahrscheinlich passiert das auch erst später? Ich weiß es nicht. Noch finde ich, sehe ich sehr normal aus. Wie immer eigentlich, bloß Pickel freier. Ich könnte fast schon ungeschminkt vor die Tür! Da muss ich kurz lachen. Konnte ich natürlich auch vor dem Cortison schon, mochte ich bloß nie so gern. Das liegt jedoch eher an meinen "Augenringen bis nach Meppen", wie ein lieber Arbeitskollege immer so schön sagt.
Alles in Allem bin ich recht zufrieden damit, wie die letzten Tage abgelaufen sind. Ich habe mich viel schneller gesammelt und beruhigt als erwartet. Das Cortison hat sich bisher als nur halb so schlimm und beängstigend herausgestellt, wie von mir befürchtet. Ich kann mit den Schmerzen auch ohne die Einnahme weiterer Schmerzmittel recht gut umgehen. Und auch die Arbeit habe ich besucht, wie ich sollte und meine Leistung gebracht, so gut es ging. In dem letzten Punkt bin ich aber optimistisch, dass das die kommende Woche auch alles wieder viel viel besser wird. Ich glaube, ich werde meinen Job behalten können. Und als Kirsche auf dem Sahnehäubchen habe ich gestern meinen Urlaub für den August endlich konkret geplant - das werden wundervolle Tage!
Mit ganz viel positiven Gedanken und positiver Energie starte ich nun also in diesen Sonntag. Scheint bei Euch auch die Sonne? Hier im hohen Norden zeigt der Sommer sich wieder von seiner besten Seite, nachdem es gestern doch eher diesig war. Ich denke mal, ich werde nach dem Mittag ein wenig spazieren gehen. Was sind Eure Pläne für heute?
Als ich am Mittwoch die Diagnose "Rheumatoide Arthritis" erhielt, war das erstmal ein ziemlicher Schlag ins Gesicht. Ich bin den ganzen Tag wie benebelt durch die Gegend gelaufen, hab totale Scheiße gelabert ohne es zu merken und bin regelrecht ausgeflippt. Klar, wer wäre bei einer solchen Diagnose schon cool geblieben? Unterbewusst weiß man eben sofort, dass fortan einiges auf einen zukommen wird. Vor allem, wenn man durch ein doch eher negativ wirkendes Vorbild geprägt ist.
Aber nun ist schon Sonntag und inzwischen halte ich mich eigentlich recht wacker. Ich flippe nicht mehr aus und bin eigentlich wieder wie immer. Wenn man von der anderen Ernährungsweise absieht. Ich frühstücke gerade sogar! Und dass obwohl ich früher so gar nicht der Frühstücksmensch war. Es gibt Joghurt mit Knuspermüsli und Früchten. Heute Ananas, Kiwi, Mango, gestern gab es Erdbeeren zum Joghurt und Müsli. Ich frühstücke also nicht nur, ich frühstücke sogar gesund. Die einzige Herausforderung: drinnen behalten, was gegessen wurde. Denn zwischenzeitig wird mir von der hohen Dosis Cortison so richtig richtig übel. Hoch gekommen ist es mir bisher aber zum Glück erst ein Mal in der Nacht. Man war das eklig! Aber das gehört wohl dazu. Und ich möchte hier nichts beschönigen, was wirklich nicht schön ist. Dafür müsst Ihr euch andere Blogs suchen. Irgendwelche Modeblogs oder so.
Ansonsten zeigt das Cortison bei mir eher seltsame Wirkung, finde ich. An meinem betroffenen Zehgelenk spüre ich zum Beispiel kaum eine Veränderung. Also klar kann ich wieder viel besser laufen als vor dem Cortison und der ganze Fuß ist definitiv abgeschwollen. Aber ich habe trotzdem noch Schmerzen im Fuß - die ganze Zeit. Soll das so? Ich dachte, das Cortison lindert auch die Schmerzen. Und ehrlich gesagt, möchte ich nicht noch Ibuprofen zusätzlich nehmen. Ich glaube nicht, dass das so eine gute Idee wäre. Deshalb versuche ich die Schmerzen auszuhalten und zu ignorieren. Gute Tipps gegen Rheumaschmerzen sind natürlich in den Kommentaren (auch anonym) gern gelesen! Ich bin wie immer für alles dankbar.
Desweiteren scheint das Cortison seltsamerweise mein Hautbild zu verbessern. Ich hatte ja eher erwartet, dass ich schrecklich aufquellen und von Pickeln zerfressen würde, aber zumindest von den Pickeln scheint das Zeug mich eher sogar zu befreien. Oder die werden durch das viele Wasser trinken weniger. Ich hatte mir das jedenfalls ganz anders vorgestellt. Ob ich auf gequollen bin im Gesicht, kann ich nur ganz schwierig beurteilen. Wahrscheinlich passiert das auch erst später? Ich weiß es nicht. Noch finde ich, sehe ich sehr normal aus. Wie immer eigentlich, bloß Pickel freier. Ich könnte fast schon ungeschminkt vor die Tür! Da muss ich kurz lachen. Konnte ich natürlich auch vor dem Cortison schon, mochte ich bloß nie so gern. Das liegt jedoch eher an meinen "Augenringen bis nach Meppen", wie ein lieber Arbeitskollege immer so schön sagt.
Alles in Allem bin ich recht zufrieden damit, wie die letzten Tage abgelaufen sind. Ich habe mich viel schneller gesammelt und beruhigt als erwartet. Das Cortison hat sich bisher als nur halb so schlimm und beängstigend herausgestellt, wie von mir befürchtet. Ich kann mit den Schmerzen auch ohne die Einnahme weiterer Schmerzmittel recht gut umgehen. Und auch die Arbeit habe ich besucht, wie ich sollte und meine Leistung gebracht, so gut es ging. In dem letzten Punkt bin ich aber optimistisch, dass das die kommende Woche auch alles wieder viel viel besser wird. Ich glaube, ich werde meinen Job behalten können. Und als Kirsche auf dem Sahnehäubchen habe ich gestern meinen Urlaub für den August endlich konkret geplant - das werden wundervolle Tage!
Mit ganz viel positiven Gedanken und positiver Energie starte ich nun also in diesen Sonntag. Scheint bei Euch auch die Sonne? Hier im hohen Norden zeigt der Sommer sich wieder von seiner besten Seite, nachdem es gestern doch eher diesig war. Ich denke mal, ich werde nach dem Mittag ein wenig spazieren gehen. Was sind Eure Pläne für heute?
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